Praxis für Psychotherapie Gert Kowarowsky, Seminar: Der Einsatz kreativer Medien in der Verhaltenstherapie

Der Einsatz kreativer Medien

in der Verhaltenstherapie

Inhalt:
In den meisten Manualen und Standardtherapiebeschreibungen finden wir das Repertoire therapeutischer Techniken des letzten Jahrhunderts: „Schreiben Sie auf, wenn Sie ..., notieren Sie..., führen Sie folgende Liste ... Der selbstunsichere Patient, der bei seinem nächsten Discobesuch sein Handy zückt und damit den Tresen mit dem fast leeren Glas fotografiert oder filmt, kann in der nächsten Therapiestunde nicht nur aus der Erinnerung daran berichten, sondern hat mit dem gezeigten aktuellen Bild bzw. dem kurzen Filmmitschnitt die Szene bereits emotional aktiviert. Verhaltensalternativen können leichter und lebendiger erarbeitet werden. Beim nächsten Mal wird es nicht mehr er sein, der wieder mal beim dritten Bier an der Bar steht und nur begehrlich zuschaut, anstatt sich zu trauen, jemanden anzusprechen ...

Aufgezeigt werden in diesem Workshop die vielfältigen Möglichkeiten, Collagen verhaltenstherapeutisch zu nutzen, etwa als Möglichkeit, sich seiner eigenen euthymen Verhaltensweisen wieder bewusst zu werden und sie zu reaktivieren. Interessant ist auch die Erweiterung des eigenen therapeutischen „Technikarsenals“ durch den konsequenten Einsatz von Textpillen in Form von Postern, Post-Its oder Printouts. Textpillen eignen sich hervorragend zur emotionalen Vertiefung rein kognitiv erarbeiteter rationaler Alternativen. Prävention und Rückfallprophylaxe können durch den Einsatz von Textpillen kreativ bereichert werden. Durch den Einsatz von kreativen Medien in der Verhaltenstherapie eröffnen sich für alle Helfenden eine deutliche Erhöhung der eigenen Freude an der therapeutischen Arbeit sowie eine vorhersagbare Effektivitätssteigerung.


Methoden:
Praktisches Vermitteln der Anleitung und Selbsterfahrung mit dem Einsatz der neuen Medien, Collagen, Textpillen und Impact Techniken.


Ziel:
Ziel dieses Workshops ist es, professionell Helfende dabei zu unterstützen, den Einsatz von kreativen Medien in der Verhaltenstherapie in ihr therapeutisches Repertoire erfolgreich aufnehmen zu können, insbesondere um damit effektiver und kreativer erwünschte Therapieziele zu erreichen.


Zielgruppe:
Psychotherapeuten, Ärzte und Berater, Ausbildungskandidaten und Angehörige helfender Berufe.


Literatur:

  • Beaulieue, D. (2013) Impact Techniken in der Psychotherapie. Heidelberg: Carl Auer
  • Hölzle, Chr., Jansen, I. (Hrsg) (2011). Ressourcenorientierte Biographiearbeit: Grundlagen, Zielgruppen, Kreative Methoden, Heidelberg: Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Koppenhöfer, E. (2004). Kleine Schule des Genießens, Lengerich: Pabst.
  • Kowarowsky, G. (2011). Der schwierige Patient – Kommunikation und Patienteninteraktion im Praxisalltag. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Lohmann, B., Annies, S. (2013). Achtsamkeit in der Verhaltenstherapie – Interventionen und praktische Übungen. Köln: Deutscher Ärzteverlag. 
  • Richter, K. Fallner, H. (1993). Kreative Medien in der Supervision und psychosozialen Beratung. Hille: Busch Ursel.
  • Richter, K. (2011). Erzählweisen des Körpers. Kreative Gestaltarbeit in Therapie, Beratung, Supervision und Gruppen. Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht.

Weitere Literatur gerne auf Anfrage.